Die Faszien sind in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus der medizinischen Forschung gerückt.
Lange Zeit wurden sie lediglich als unscheinbare Bindegewebsstrukturen betrachtet, doch inzwischen ist klar: Die Faszien spielen eine zentrale Rolle für unsere Beweglichkeit, Schmerzempfinden und sogar unser allgemeines Wohlbefinden.
Doch was sind Faszien genau, warum sind sie so wichtig – und wie lassen sie sich gezielt gesund halten?
Die Faszien: Das vergessene Organ?
Bei den Faszien handelt es sich um ein Netzwerk aus Bindegewebe, das sich durch den gesamten Körper zieht. Sie umhüllen Muskeln, Organe und Gelenke und sorgen für Stabilität sowie eine geschmeidige Bewegung.
Lange Zeit wurden sie in der Medizin eher stiefmütterlich behandelt, da sie als bloßes Füllmaterial zwischen den eigentlichen funktionalen Strukturen galten. Erst durch neue bildgebende Verfahren und die zunehmende Faszienforschung wurde deutlich, dass sie weitaus mehr sind: Sie enthalten unzählige Nervenenden und Rezeptoren, die Bewegungen koordinieren und Schmerzen wahrnehmen.
Besonders relevant ist, dass Faszien flexibel und formbar sind – sie passen sich an die Belastung an, die wir ihnen im Alltag oder im Sport zumuten. Mangelnde Bewegung, Fehlhaltungen oder Stress können allerdings dazu führen, dass sie verkleben oder verhärten.
Die Folge: Bewegungseinschränkungen, Verspannungen und chronische Schmerzen, die sich oft nicht mehr durch klassische Muskel- oder Gelenktherapien lindern lassen.
Wenn die Faszien verkleben: Das unterschätzte Gesundheitsproblem
Wer morgens steif aus dem Bett steigt oder nach längerem Sitzen Schmerzen in Rücken oder Nacken verspürt, leidet möglicherweise unter verklebten Faszien.
Untersuchungen zeigen, dass Bewegungsmangel oder einseitige Belastungen die feinen Gewebsstrukturen verkürzen und verhärten lassen. Besonders betroffen davon sind Menschen, die viel am Schreibtisch sitzen oder bestimmte Sportarten ohne Ausgleich betreiben.
Therapeuten und Mediziner setzen daher mittlerweile gezielt auf Faszienarbeit, um den Betroffenen zu helfen. Während Techniken wie die myofasziale Release-Therapie oder das Faszientraining hierzulande immer populärer werden, hat sich dieser ganzheitliche Ansatz schon länger in vielen physiotherapeutischen Praxen etabliert. Auch die Physiotherapie Basel arbeitet beispielsweise gezielt mit speziellen Faszientechniken, um Patienten mit chronischen Verspannungen oder Bewegungseinschränkungen nachhaltig zu helfen.
Wie bleiben die Faszien geschmeidig?
Glücklicherweise gibt es einige einfache Maßnahmen, die dafür sorgen, dass die Faszien geschmeidig bleiben.
- Regelmäßige Bewegung: Die Faszien brauchen dynamische Bewegung. Sportarten wie Yoga, Pilates oder auch einfache Dehnübungen tragen dazu bei, das Bindegewebe elastisch zu halten.
- Faszientraining: Spezielle Techniken, wie das Arbeiten mit der Faszienrolle oder gezielte Dehnimpulse, helfen, Verklebungen zu lösen und die Durchblutung des Gewebes zu fördern.
- Ausreichend Flüssigkeit: Die Faszien bestehen zu einem großen Teil aus Wasser. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt ihre Elastizität und sorgt für eine bessere Nährstoffversorgung.
- Gezielte manuelle Therapie: Massagen und spezielle physiotherapeutische Behandlungen helfen, tiefsitzende Verklebungen zu lösen und die Beweglichkeit wiederherzustellen.
- Stressreduktion: Studien zeigen, dass auch chronischer Stress die Faszien verhärten lässt. Entspannungstechniken wie Meditation oder progressive Muskelentspannung wirken hier entgegen.
Die Faszien verdienen mehr Aufmerksamkeit
Faszien sind weit mehr als nur passive Stützstrukturen – sie beeinflussen unsere Beweglichkeit, unser Schmerzempfinden und sogar unser allgemeines Wohlbefinden in hohem Maße.
Diejenigen, die regelmäßig auf Bewegung, gezieltes Training und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, beugen Verklebungen vor und sorgen langfristig für eine bessere Körperwahrnehmung.
Falls sich doch Verspannungen oder Schmerzen einschleichen, lohnt es sich, auch die Faszien als mögliche Ursache in Betracht zu ziehen – oft steckt hinter vermeintlichen Muskel- oder Gelenkproblemen nämlich ein verklebtes Bindegewebe.